FRÜHLINGS ERWACHEN

Gepostet von am Mrz 25, 2012 | Keine Kommentare

FRÜHLINGS ERWACHEN

Endlich strahlt die Sonne draußen wieder mit voller Kraft. Die dunklen Tage sind vorbei und die Stimmung der Menschen hellt sich genauso auf, wie die Tage.  Das Wort Frühlingsgefühle macht wieder die Runde. Grund genug, sich mit diesem Thema näher zu beschäftigen. Was steckt hinter den Frühlingsgefühlen? Nur Einbildung oder nachweisbarer Wechsel des Gemütszustandes?

Um mit einem häufigen Irrglauben aufzuräumen: Es sind nicht die Sexualhormone. Östrogene und Testosteron sind nicht verantwortlich für das Gaffen und Sabbern in dicht bevölkertern Fußgängerzonen. Schließlich nehmen viele Frauen die Pille, mit der sie ihren Hormonhaushalt dauerhaft im Schwangerschaftsmodus halten; da kann der Frühling nichts ausrichten.

Die Männer haben ihren Testosteron-Peak erst inmitten des Sommers. Also sind die Sexualhormone unschuldig.

Melatonin und Serotonin heißen die zwei Hormone, die im Verdacht stehen, den Menschen im Frühling den Kopf zu verdrehen. Melatonin wird in der Zirbeldrüse des Gehirns gebildet. Es wird bei Dunkelheit ausgeschüttet und macht müde. Einerseits reguliert dieses Hormon unseren täglichen Biorhythmus, andererseits sorgt es auch dafür, dass wir im Winter so müde und antriebslos sind.

Interessant ist, dass Melatonin auch den Beginn der Pubertät hinauszögert. Menschen ohne Melatoninausschüttung (beispielsweise nach operativer Entfernung der Zirbeldrüse) treten sehr früh in die Pubertät ein. Wenn man mal einen fünfjährigen Knirps erlebt hat, der die gesamte Schwesternschaft auf Station mit anzüglichen Sprüchen und Grabschen auf Trab hält, vergisst man diesen Effekt des Melatonins nicht mehr so leicht.

Im Winter scheint die Sonne eher kläglich mit einer Leuchtkraft von gerade einmal 1.500 Lux. Im Sommer sind es bis zu 100.000 Lux. Noch dazu werden die Tage länger und wir verbringen mehr Zeit im Freien und im Licht. Das führt zu sinkender Melatoninausschüttung und zu mehr pubertären Trieben, weniger Müdigkeit, mehr Freude. Auch bei Depressionen werden Lichttherapien eingesetzt, um den Melatoninspiegel im Blut zu senken. Es gibt nämlich Studien, die bei depressiven Patienten erhöhte Melatoninspiegel ausmachen konnten.

Das Serotonin ist ein kurz wirksames Glückshormon, das sich nur schwer im Blut oder Gehirn nachweisen lässt. Aber man geht davon aus, dass Licht und Wärme und vielleicht auch der Anblick von Sommerkleidern zu einem dauerhaft erhöhten Serotoninspiegel führen.

Es ist also keine leere Floskel sondern wissenschaftlich fundiert, wenn wir sagen: Raus an die Luft und die Sonne genießen!

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