Gesehen: INCEPTION (2010)

Gepostet von am Mrz 9, 2012 in Film & TV | 2 Kommentare

Gesehen: INCEPTION (2010)

In regelmäßigen Abständen hinterfragt die „Traumfabrik“ die Realität. Ist die Wirklichkeit das, was wir bewusst wahrnehmen, oder ist sie etwas Illusorisches, ein Trugbild oder eine Täuschung etwa? Eigentlich paradox, dass ausgerechnet das Kino, das seit jeher die Realität oder zumindest ein (fiktionales) Abbild ihrer nachzuahmen versucht, und selbst stets nur ein fiktives Produkt geistiger Ausdruckskraft bleibt, die Frage nach der Wirklichkeit stellt.

In seinem Film „Inception“ schickt Christopher Nolan, der seit der erfolgreichen Batman-Fortsetzung „The Dark Knight“ in Hollywood eine Sonderstellung geniest, die ihm finanzielle Unterstützung und künstlerische Freiheit gewährt, in die labyrinthischen Tiefen des individuellen Unterbewusstseins und jongliert dabei mit der philosophischen Traumtheorie Sigmund Freuds und Carl Gustav Jungs.

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ROCHE & BÖHMERMANN

Gepostet von am Mrz 6, 2012 in Film & TV | Keine Kommentare

ROCHE & BÖHMERMANN

Nach FastForward, dem legendären VIVA2 Format, einigen Gehversuchen in bürgerlichen Medien und erneuter Pause ist sie wieder da. War mir Charlotte Roche schon seit dem kultträchtigen VIVA2 Anti-Flaggschiff FastForward wegen ihrer anarchistischen, intelligent-frechen Art sehr sympathisch, hat sie mich als Buchautorin nie wirklich zu mehr Interesse motivieren können. Das Schreiben über weibliche Exkremente kam mir immer zu platt daher, um als ehrlicher Tabubruch zu funktionieren.

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Gesehen: EDWARD SCISSORHANDS (1990)

Gepostet von am Feb 27, 2012 in Film & TV | 1 Kommentar

Gesehen: EDWARD SCISSORHANDS (1990)

Wenn es einen Ort gibt, der selbstreflektierte Lebenserfahrungen verarbeiten und zum Ausdruck bringen kann, dann ist das, unter anderem, das Kino, weil die Bilder, die es projiziert und erschafft, auf vielen verschiedenen Ebenen funktionieren können, und weil die narrativen und visuellen Möglichkeiten des (Erzähl-)Kinos fast grenzenlos erscheinen. Tim Burton kennt das Kino, seine Funktionsweise als Projektionsfläche und seine Möglichkeiten, Geschichten zu erzählen, mögen sie noch so fantastisch sein. Die Sichtung eines Burton-Films ist vergleichbar mit dem Bewundern eines polymorphen Kunstwerks, dessen nachhaltiger Eindruck nicht nur seiner prachtvollen Schönheit wegen entsteht, sondern weil es bei genauerer Betrachtung eine interpretatorische Sichtweise eröffnet, wie die meisten Burton-Filme eben, die einen autobiographischen Subtext besitzen, bei dem er entweder Emotionen seines eigenen Lebens oder aber ästhetische Erinnerungen aus Film, Fernsehen, Literatur oder der Mythologie verarbeitet.

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Gesehen: BLACK SWAN (2010)

Gepostet von am Feb 21, 2012 in Film & TV | 2 Kommentare

Gesehen: BLACK SWAN (2010)

Der Stilbruch war markant. Mit „The Wrestler“ entfernte sich der bisherige inszenierungsinnovative Genrewandler Darren Aronofsky stilistisch so weit weg von seinem Frühwerk wie nur möglich. Einst beherrschten durchgestylte und von den konventionellen Sehgewohnheiten differierende Bilder seine Filme: Ungewöhnliche Kameraeinstellungen, verzerrte Perspektiven, ein von innovativem Technikeinsatz geprägter Inszenierungswahnsinn. Die unerbittliche Suche nach der perfekten Form ist signifikanter Teil seiner Regiearbeit. Für diesen obsessiven Impetus wurde und wird Darren Aronofsky gefeiert – und gleichzeitig kritisiert. Dass er auch anders kann, bewies er mit dem Loser-Drama „The Wrestler“ und strafte seine Kritiker Lügen: Gänzlich frei von visuellen Spielereien und ostentativem Technik-Schnickschnack blickte er in die seelischen Abgründe des gealterten und einstigen Wrestling-Stars Randy Robinson (Mickey Rourke).

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YOU ARE NOT WELCOME

Gepostet von am Feb 13, 2012 in Film & TV | Keine Kommentare

YOU ARE NOT WELCOME

Das Kino versteht den Extraterrestrischen, den Außerirdischen, mit wenigen Ausnahmen, von denen Steven Spielbergs „E.T.“ die bekannteste ist, zumeist als fremdartige Bedrohung, als Weltenvernichter, Menschheitszerstörer oder feindseligen Imperialisten. Spielbergs Alien-Film über den wohl menschlichsten aller Außerirdischen verkehrte das Alien-Mensch-Verständnis ins Gegenteil: Nicht der weit gereiste Unbekannte verkörpert das personifizierte Böse, das Unheil in Gestalt von experimentiergeilen Wissenschaftlern geht von den Menschen aus. Am Ende dieses 80er-Jahre-Genreklassikers ist alles wieder in Ordnung: E.T. kehrt nach Hause zurück und verschwindet. Ein guter Gastgeber scheint der Mensch also nicht zu sein. Das hat unter anderem folgenden Grund: Nicht selten musste der Alien als Allegorie herhalten, als Sinnbild für den amerikanischen Feind. Während des Kalten Krieges hieß dieser Russland. Ein Angriff aus dem All, das bedeutete nichts anderes als ein Präventivschlag der Kommunisten.

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Gesehen: THE TREE OF LIFE (2011)

Gepostet von am Feb 11, 2012 in Film & TV | Keine Kommentare

Gesehen: THE TREE OF LIFE (2011)

Ein so opulenter, ein so streng durchkomponierter Film wie „The Tree of Life“, der prätentiös genug ist, um genervte Zuschauer zum vorzeitigen Verlassen des Kinosaals zu treiben, der so viel zu „erzählen“ hat, dass er die Suche nach Gott dort beginnt, wo der evolutionäre Ursprung des menschlichen Denkens und damit des religiösen Glaubens seinen Anfang nimmt, ist erst einmal schwer zu verdauen. Der medienscheue Wenigfilmer Terrence Malick hat mit „The Tree of Life“ ein spirituelles, hochphilosophisches Meisterwerk geschaffen, das in seiner antihollywoodesken Art derart zu polarisieren vermag, dass es nicht weiter verwundert, wenn es bei den Filmfestspielen in Cannes erst ausgepfiffen und später dann mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wird. Und wahrlich, Malicks sechster Spielfilm in den nun schon über vierzig (!) Jahren Schaffenszeit ist so weit weg von typischen Mustern und Formen des allseits beliebten Hollywoodfilms, das sich seine sprunghafte, willkürlich anmutende Narration, seine assoziative und äußerst meditative Bildsprache (außergewöhnlich: Kameramann Emmanuel Lubezki) und die christlich konnotierte Thematik des Films über die Grenzen des kulturellen und künstlerischen Geschmacks der breiten Masse hinwegsetzen.

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