Gesehen: THE DARK KNIGHT RISES (2012)

Gepostet von am Jul 26, 2012 in Film & TV | Keine Kommentare

Gesehen: THE DARK KNIGHT RISES (2012)

Nomen est omen: Nachdem der „schwarze Ritter“ gefallen ist, obwohl er Gotham City von den wahnsinnigen Machenschaften des Anarcho-Terroristen Joker befreit hat, wird Batman nun aufsteigen – zum Symbol des Friedens und der gesellschaftlichen Sicherheit und zur Lüge eines Christopher Nolan, der seinem Helden am Ende des ersten Sequels so etwas wie Ambivalenz, also einen Hauch Tiefgründigkeit schenkte, nur um diese in seinem Abschluss-Statement einer, nun ja, teils soliden („Begins“), teils durchdachten („Falls“) Comic-Trilogie wieder zu verspielen. „The Dark Knight Rises“ nämlich ist ein Film, der behauptet, keine Adaption, die über die Komplexität ihres Helden auch nur im Geringsten Bescheid weiß. Alles, was Nolan über Bruce Wayne und dessen Alter Ego Batman proklamiert, sind reine Vermutungen, Oberflächlichkeiten, wenn man so will, die inmitten eines nach technologischen Spielereien eifernden Actionfeuerwerks zeitweise völlig untergehen.

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Gesehen: THE FALL (2006)

Gepostet von am Mai 2, 2012 in Film & TV | Keine Kommentare

Gesehen: THE FALL (2006)

Der indische Regisseur Tarsem Singh hatte die Vision eines epischen Fantasy-Dramas. Das Problem: Er bekam seinen kunstvollen Drehbuchstoff nicht finanziert. Die Lösung: Schulden machen, elf Jahre vorbereiten, vier Jahre drehen und in über zwanzig Länder reisen.

Zeit und Ort spielen bei „The Fall“ auch über die eigene Genesis hinaus eine signifikante Rolle: Der semi-surrealistische Kunstfilm des eher mäßig bekannten Filmemachers ist verortet in den 1920er Jahren in einem im Kolonialstil gehaltenen Krankenhaus in Los Angeles, nicht weit entfernt von der aufkommenden Traumfabrik Hollywood. Filmgeschichtlich befinden wir uns in der Ära der Stummfilme: Roy ist Stuntman. Roy war Stuntman. Bei einer halsbrecherischen Szene nämlich ist er gestürzt, er ist ge“fall“en. Nun liegt er in einem Krankenhaus, scheinbar Querschnittgelähmt und mit dem Gedanken sich umzubringen. Durch den Unfall hat er zweierlei verloren: Die Fähigkeit zu laufen und die Fähigkeit geliebt zu werden.

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MOST WANTED 2012: FILME

Gepostet von am Apr 27, 2012 in Film & TV | 2 Kommentare

MOST WANTED 2012: FILME

Das vergangene Kinojahr war ja eher enttäuschend. Aber 2012 erwarten die Freunde von bewegten Bildern wieder einige besondere Werke. Die Kids haben sich mal Gedanken darüber gemacht, auf welche Filme wir uns 2012 am meisten freuen.

Falls wir euren heiß ersehnten Streifen nicht erwähnt haben sollten, dürft ihr uns in den Kommentaren gerne beschimpfen und uns unsere Geschmacklosigkeit vorwerfen.

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WHERE THE STORIES ARE

Gepostet von am Apr 25, 2012 in Film & TV | 1 Kommentar

WHERE THE STORIES ARE

Seit jeher ist das Kino eine Attraktion, eine atemberaubende Entertainmentmaschinerie, die Bilder produziert und entwirft; Bilder, die wir lieben oder hassen, die uns fesseln oder kalt lassen, die uns eine Auszeit aus dem Alltag gönnen oder die uns nachhaltig beschäftigen. In den 1950er Jahren, in der Mitte seines Schaffens, kämpfte vor allem das US-amerikanische Kino, nach all seinen Monumentalschinken und Musicalfilmen, gegen einen neuen Konkurrenten an, der zum vorzeitigen Leitmedium avancierte: Das Fernsehen.

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Gesehen: PROLETARISCHE TRILOGIE

Gepostet von am Apr 10, 2012 in Film & TV | Keine Kommentare

Gesehen: PROLETARISCHE TRILOGIE

In den Filmen von Aki Kaurismäki wird wenig gesprochen. Fast alles, was uns der Finne zu erzählen hat, wird in eine außergewöhnlich schnörkellose Bildsprache übersetzt, die derart authentische und realistische Bilder eines heruntergekommenen Milieus entwirft, dass man ihr eine gewisse Anti-Ästhetik unterstellen kann. Vor allem in den Filmen seiner „Proletarischen Trilogie“, die tragische Einzelschicksale gesellschaftlicher Außenseiter der Arbeiterklasse thematisiert, entfaltet dieser bewusst verweigerte Stilwillen eine gewaltige Wirkung. Vor dem Hintergrund einer vorherrschenden Industrialisierung Finnlands und ganz besonders Helsinkis erzählt Kaurismäki in seinen Filmen „Schatten im Paradies“, „Ariel“ und „Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“, die zwar inhaltlich nicht aufeinander aufbauen, allerdings derart thematisch und inszenatorisch verbrüdert sind, dass sie einen gemeinsamen Episodenfilm ergeben könnten, vom tristen Leben dreier Menschen aus der Arbeiterschicht, die das Pech für sich gepachtet haben: Der einsame Müllwagenfahrer Nikander, der sich in die arbeitslose Supermarktkassiererin Ilona verliebt, der ebenfalls arbeitslose Taisto, der nach Helsinki fährt, um ein neues Leben zu beginnen und die in einer dysfunktionalen Familie lebende Iris, die auf der Suche nach der wahren Liebe zur verzweifelten Mörderin wird, sie alle suchen einen Weg aus der gesellschaftlichen Verdammnis, sie alle sehnen sich nach einem neuen Leben, nach Liebe und Zuneigung.

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HAPTIK STATT HEKTIK

Gepostet von am Mrz 20, 2012 in Film & TV, Gesellschaft & Politik, Musik | 1 Kommentar

HAPTIK STATT HEKTIK

Einmal im Monat veranstaltet ein Freund von mir einen sogenannten Vinylabend in seiner WG.

Geladen wird ein kleiner Personenkreis, der nicht nur leidenschaftlich gerne Musik hört und/oder macht, sondern sich auch gerne angeregt über sie austauscht. Man trifft sich, isst und trinkt zusammen und hört gemeinsam Schallplatten, die von den Gästen mitgebracht werden.

Weil natürlich jeder der Anwesenden einen anderen Geschmack hat, ist die Auswahl sehr breit und jeder Einzelne hat die Möglichkeit, Neues oder Altes kennenzulernen. Ich selbst besitze keine Schallplatten, schreibe dem Medium aber die selbe Form nostalgischen Charmes zu, die vermutlich hauptverantwortlich für dessen leises Comeback in den letzten Jahren ist. Somit reiht sich die Schallplatte, wie auch Kleidung, Schuhe, Brillen und Haarschnitte, perfekt in eine derzeit bestehende Sehnsucht nach Althergebrachtem ein. Im Spiegel der aktuellen Zeit Deplatziertes, das neben der modernen, hochtechnischen oder zeitgemäßen Konkurrenz andersartig wirken soll. Wahrscheinlich nicht zuletzt auch um sich selbst ein Stück zweifelhafte Indiviualität zuzuschreiben.

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