Das TTIP tut niemandem weh – o rly?

Gepostet von am Apr 1, 2014 in Gesellschaft & Politik | Keine Kommentare

Das TTIP tut niemandem weh – o rly?

Ein Gastbeitrag von Hake Rabenmatt:

Der Herr der Drohnen war in diesen Tagen zu Besuch in Europa. Dabei stand für die Friedensnobelpreisträger von 2009 und 2012 natürlich das Thema Russland an oberster Stelle, auch wenn das eigentlich verabredete Gesprächsthema das Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) sein sollte. Und auch wenn Europa und die USA bedingt durch die Causa Putin wieder enger zusammenrücken, werden die Stimmen gegen das Freihandelsabkommen dennoch immer lauter. Interessanterweise sind es nicht nur linke Globalisierungskritiker, die in dem hinter verschlossenen Türen verhandelten Abkommen nicht weniger als die Aushöhlung bestehender Umwelt-, Daten- und Verbraucher­schutz­standards sowie der Arbeitnehmerrechte sehen, sondern auch Teile der aktuellen Bundesregierung, die EU-Kommission und der ehemalige Weltbankpräsident, die Kritik an dem angestrebten Abkommen äußerten. Warum ist das so?

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SEIN KAMPF

Gepostet von am Mrz 24, 2014 in Allgemein, Gesellschaft & Politik | Keine Kommentare

SEIN KAMPF

Die Demaskierung eines Diktators

 

„Die Moscheen sind unsere Kasernen, 

die Minarette unsere Bajonette, 

die Kuppeln unserer Helme 

und die Gläubigen unsere Soldaten.“

 

Dieses Zitat aus einem Gedicht, vorgetragen bei einer Wahlkampfveranstaltung, brachte den jetzigen Ministerpräsidenten der Türkei im Jahr 1998 ins Gefängnis und bescherte ihm ein mehrjähriges Politikverbot. Damals nahm man es in der Türkei noch ganz genau mit dem Laizismus und verstand keinen Spaß bei der Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke.

Heute ist der 23. März 2014 und Erdoğan hielt vor ca. 220.000 Anhängern eine Wahlkampfrede, in der er auch wie in den letzten Tagen zuvor die berüchtigten Zeilen wieder vortrug. Nur diesmal gibt es keine Konsequenzen, es wurde natürlich kein Verfahren gegen ihn eingeleitet. Was hat sich verändert?

So ziemlich alles.

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WEIHNACHTLICHE NEKROMANTIK

Gepostet von am Dez 5, 2012 in Gesellschaft & Politik | 3 Kommentare

WEIHNACHTLICHE NEKROMANTIK

„Einen schönen 1. Advent :)“

– „Troll mich nicht, sonst gratuliere ich dir zum Zuckerfest.“

Und das war sein ernst. Wieso sollte mir jemand zu Weihnachten gratulieren? Wo ich doch mit Gott und sowas offenkundig keinen Kontakt pflege. Auch zu Weihnachten nicht.

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BREAKING BAD

Gepostet von am Nov 30, 2012 in Gesellschaft & Politik | 2 Kommentare

BREAKING BAD

Sind wir noch die Guten?

Wir würden es so gerne glauben. Deutschland als die Stimme der Vernunft auf der Weltbühne. Eine Macht des Friedens, die sich nicht zuletzt aufgrund ihrer blutigen Geschichte für die Völkerverständigung einsetzt. Wir unterstützen die Underdogs, nicht nur beim Fußball, indem wir Trinidad und Tobago die Daumen drücken, sondern auch auf der politischen Bühne, auf der wir uns für die Souveränität von Südossetien engagieren.

Die Selbstbeweihräucherung in den Medien trägt Früchte in den Köpfen der Menschen. Wir haben begonnen, uns das zu glauben. In unserer schönen kleinen Welt sind wir die Guten.

Wenn dieses Idyll seine Risse bekommt, sind wir erschüttert. Als aus Griechenland die Bilder des Protests mit deutschlandfeindlichen Parolen und Transparenten hier her gefunkt wurden, haben wir die Welt nicht mehr verstanden. Wir wollen doch nur helfen?

Bullshit.

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THIS TOWN AIN’T BIG ENOUGH FOR BOTH OF US

Gepostet von am Nov 30, 2012 in Gesellschaft & Politik | 1 Kommentar

THIS TOWN AIN’T BIG ENOUGH FOR BOTH OF US

Das Leistungsschutzrecht jagt mich in einen riesigen innerlichen Konflikt.

Einerseits zeigt mir die populistische Kampagne von Google, dass es aus der Perspektive des großen „G“s wohl keine wirklich uneigennützigen Argumente dagegen gibt, andererseits geht es mir mit der Propaganda der Printmedien genauso. Die Branchen entlarven sich als böse. Be evil, seem smart. Es ist ein Kampf der Branchen in einer Zeit, in der industrielle Traditionen enorm im Umbruch sind. An Transparenz ist, orientiert am Trend der Zeit, niemand interessiert. Nur an Lobbyarbeit und dabei geht es, wie wir alle wissen, eben nicht um Transparenz.

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AUF DEM RECHTEN HIRN BLIND

Gepostet von am Nov 25, 2012 in Wissenschaft | Keine Kommentare

AUF DEM RECHTEN HIRN BLIND

Der Patient sieht eigentlich ganz normal aus. Sein Gesicht ist symmetrisch, keine herabhängenden Mundwinkel, keine ungleich großen Pupillen. Seine Stirn kann er in Falten legen und wenn man ihn bittet, seine Backen aufzublasen oder die Zähne zu zeigen, bekommt er das auch problemlos hin.

Also hat er keine Lähmungen im Gesicht und auch keine Ausfallerscheinungen, die auf einen Schlaganfall deuten könnten. Oder etwa nicht? Laufen und Arme benutzen kann er auch.

Aber irgendwas stimmt nicht. Wenn man ihm die Anweisung gibt, beide Arme zu heben, tut er das. Aber während des Gesprächs fällt auf, dass er alles mit der linken Hand erledigt. Gestikulieren, Trinken, Dinge zeigen.. Alles mit Links. Der rechte Arm ruht reglos im Schoß des Patienten. Wenn man ihn auffordert, auch diesen Arm zu benutzen, tut er das. Das scheint keine Lähmung zu sein. Ganz so, als würde er diesen Arm einfach nur zwischenzeitlich vergessen

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ANTISEMIT SRSLY?

Gepostet von am Sep 26, 2012 in Gesellschaft & Politik | 2 Kommentare

ANTISEMIT SRSLY?

Von Hake

Ab wann ist man Antisemit?

Politische Diskussionen, auch unter Freunden, können manchmal ein wenig ausarten. Bei vielen Themen ist es möglich, dass es mindestens zwei Meinungen gibt. Dann gibts noch Themen, bei denen man einer Meinung sein kann, beispielsweise beim populären Amerika-Bashing. Und dann gibt es noch einen Themenkomplex, den man unter Freunden anscheinend auslassen sollte: Israel.

Wer in der letzten Woche die Nachrichten verfolgt hat, dürfte von der Kontroverse um Judith Butler mitbekommen haben. Butler gilt als Vordenkerin der Gender Studies und ist in den USA als Professorin für Rhetorik und Komparatistik tätig und gilt als eine der bedeutensten Philosophinnen unserer Zeit. Auch mir kam Sie im Studium unter. Sie wurde, als erste Frau überhaupt, mit dem Theodor W. Adorno Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. Zudem ist Butler Jüdin.

So weit, so gut.

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